Freitag, 9. August 2013

Von Andover nach Rangeley

Der Abend im Pine Ellis Hostel in Andover wurde sehr interessant. Nachdem wir unsere Reste vom Mittagessen auf der Veranda des Hostels verspeisten, wurden wir von einem Mitarbeiter des Hostels angesprochen, ob wir ein Instrument spielen würden...ok, wir haben dann verraten, dass wir nicht völlig unmusikalisch seien und innerhalb kürzester Zeit wurden uns die spannensten Instrumente vorgestellt. Das Highlight war dann allerdings eine kleine Flöten-Gitarren-Improvisation von Mark und dem Indianer. Sehr unterhaltsam und auch ein wenig bizarr, denn die ganze Umgebung war doch etwas strange, das etwas runter gekommene Hostel, die verschiedenen Hiker, der Indianer und wir :-)
Für schlappe 6 Dollar pro Nase haben uns die zwei Damen vom Hostel am nächsten Morgen wieder an den Trailhead gebracht und dort haben wir dann auf einem kleinen Plakat ein Bild der Frau gesehen, die seit ca. 6 Tagen vermisst wird. Das war etwas unheimlich weil wir eigentlich dachten, dass die Frau gefunden wurde...inzwischen haben wir gehört , dass die Suche aufgegeben wurde und man wohl nicht mehr davon ausgehen kann, dass sie lebend gefunden wird. Oder vielleicht war es Kidnapping?
Das Shelter an diesem Dienstag, den 6.8. hatte mal wieder etwas Unglaubliches, singende 14 jährige Mädels aus Canada, die sehr anhänglich waren, aber auch den Cup Song konnten....endlich mal wieder auf Becher trommeln :-)
Die anderen Hiker im Shelter waren allerdings extrem nervig. Da wurde sich mindestens dreißig Minuten über die Konsistenz und Farbe der Exkremente unterhalten, natürlich beim Essen, natürlich ständig furzend dabei...Ich glaube, die Jungs sind einfach nicht aus ihrer analen Phase herausgekommen, too bad.
Unangenehm war außerdem der Duft, der von einem Thru-Hiker ausging, leider lag er nachts auch noch neben mir und meine Schlafphasen wurden durch diese olfaktorische Zumutung nicht unbedingt tiefer....hoffentlich haben wir solchen Hiker-Trash nicht mehr so häufig.
Am nächsten Shelter trafen wir wieder auf eine große Gruppe junger Menschen, die aus Canada kamen. Diesmal jedoch in der xy Version. Die hatten aber ihre Zelte dabei und haben das Shelter nicht so belagert wie die jungen Damen. Ins Sabbath Day Pond Lean-To kamen dann aber noch ein paar Hiker, Bonsai, Spoon und Running-Shoe. Letzterer aus Augsburg, ca. Mitte 60 und leider ein bißchen eigen, er erzählte uns gerne von seinem Blog, seinen Wanderungen, seinen Plänen usw. jedoch war Zuhören nicht so seinen Stärke; aber nun gut, so sinds, die Hiker :-)
Der nächste Streckenabschnitt war relativ flach, so dass wir schon am frühen Nachmittag an der Route 4 waren, um nach Rangeley zu trampen. (Da hatten wir auch knapp 9 Meilen hinter uns.)
Das Trampen erwies sich als etwas schwierig, aber nach ca. 30 Minuten und einem weiteren Thru-Hiker mit dem Namen E.T. ging es dann ins Städtchen, wo wir uns in einem B and B ausgebreitet haben. Morgen müssen wir leider noch mal umziehen, aber glücklicherweise haben wir trotz eines größeren Events hier im Ort noch ein Zimmer zum Wochenende bekommen.
Unsere Gelenke werden es uns danken, denn der nächste Abschnitt wird mit dem Berg Saddleback mal wieder zur Kraftprobe, also, die Meatlovers Pizza einverleibt und ab in den bequemen Sessel :-)

Kommentare:

  1. I’ve got my ticket for the long way ‘round
    The one with the prettiest of views
    It’s got mountains, it’s got rivers, it’s got sights to give you shivers.....

    Hast du es auch schon mal abends mit Barbershop versucht? Heart of my Heart oder so) ;-)


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  2. Ciao Mark und Antje,
    das klingt ja alles sehr aufregend und interessant und als Ausdauersportler bzw. ehemaliger Ausdauersportler blicke ich mit viel Faszination und manchmal auch ein wenig neidvoll auf euren Weg. Ich freue mich auf eure Fortsetzung und wünsche euch einen guten Wanderverlauf - ich weiß, das Wort passt nicht so sehr in die anglizismenfreudige Hikerwelt, in der ich mich jedoch sprachlich nicht auskenne. Bevor ich lange nachgoogle: Was sind Thru-Hiker? Saluti Jos (und Juliane)

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  3. Hallo Jos,
    es freut uns von Dir zu hören! Danke für die guten Wünsche.
    Thru-Hiker sind "Durchwanderer", das meint, dass diese Leute in einem Stück den gesamten Trail gehen, d.h. alle 2000 Meilen. Dagegen gehen Section-Hiker nur einzelne Abschnitte, weil sie nicht die 5 bis 6 Monate Zeit haben, die man normalerweise für den ganzen Trail braucht. Ich habe gerade noch einen neuen Beitrag im Blog veröffentlicht, der dazu auch nochmal etwas erklärt. Tja, es gibt einen Trail-Talk, bei dem es viele neue Vokabeln zu lernen gibt, aber uns macht es Spaß, wieder mal Englisch zu sprechen. Ein weiteres Beispiel: Es gibt Nobos (Northbounder) und Sobos (Southbounder) unter den Thru-Hikern, je nachdem, ob sie den Trail von Süden nach Norden gehen oder umgekehrt. Die "klassische" Variante ist Northbound, man startet im April in Georgia auf dem Springer Mountain und schafft es dann hoffentlich bis Oktober zum Mount Katahdin in Maine. Buchempfehlung als Sommerlektüre: Picknick mit Bären von Bill Bryson.
    Liebe Grüße aus Maine
    Mark

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  4. Liebe Good Grip und lieber 2Tall,
    ich bin soeben Fan von euch geworden. Danke, dass ihr mir ein wenig von der schönen Welt zeigt. Das Buch von Bill Bryson habe ich schon bestellt. Danke auch für die tollen einheimischen Wandertipps. Ich laufe hier ja auch viel rum, aber eben immer auf der Stelle, das wird sich irgendwann ändern, aber immerhin trainiere ich ein wenig. Ich finde es auch superinteressant zu lesen, wie man so ein Unternehmen überhaupt anfängt und organisiert.
    Ich verfolge euch mit großem Interesse und wünsche euch auf eurem Weg alles Gute und viel Freude!!
    Liebe Grüße
    Britta

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  5. Hallo Britta,
    vielen Dank für Deinen Kommentar! Wir wünschen Dir viel Spaß mit dem Buch und auch bei Deinen Wanderungen in Deutschland.
    Es ist übrigens nicht immer nur toll und aufregend hier, einige Tage sind auch echt lang und mühsam, aber das nur unter uns ;-)
    LG
    Mark

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